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Masterplätze


Die Zulassungsbeschränkungen zum Masterstudium durch die Einführung einer Masterquote unterliegen im Rahmen der Diskussionen um die Bologna-Reform scharfer Kritik. In vielen Bundesländern wird der Zugang zum Master über knappe Quoten geregelt, weshalb zum Teil nur 50 % der Kapazitäten bereitstehen, die für das Bachelorstudium vorgesehen sind. Der Präsident des Deutschen Hochschulverbandes (DHV), Bernhard Kempen, äußerte sich dahingehend, dass bis zu 80 % der Mittel der Hochschulen für den Bachelor aufgewandt würden, während der Master Kürzungen unterworfen sei. Die Hochschulen erhielten von den Ländern Gelder für jeden Studienplatz, allerdings jeweils nur für vier Jahre, wodurch der Master von dieser Finanzierung nicht erfasst werde.

Insbesondere im Hinblick auf den anstehenden doppelten Abiturjahrgang ist der Ausbau von Studienplätzen erforderlich, weshalb der Fokus der Länder vorrangig darauf liegt, die Studienanfängerquote nicht sinken zu lassen. Allein in Baden-Württemberg wurden im Ausbauprogramm „2012“mit jährlich bis zu 150 Millionen Euro 16 000 neue Anfängerplätze geschaffen. Der Ausbau der Masterplätze, der somit 2015/2016 spätestens fällig wäre, wurde jedoch nicht berücksichtigt.

Kempen sieht darin eine Schieflage: „Für Handwerksmeister werden die Zugangshürden im Bachelor-Studium fast auf Null gesenkt, gleichzeitig werden beim Master-Studium durch Noten und Quoten neue Hürden errichtet.“ [1]

Auch in der Wirtschaft werden kritische Stimmen laut, die eine Masterquotenregelung strikt ablehnen. So erklärten Vertreter des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien (BITKOM), die Gesellschaft für Informatik (GI), die Fakultätentage Informatik (FTI) sowie Elektrotechnik und Informationstechnik (FTEI), Master-Quoten seien bildungs- und wirtschaftspolitisch verfehlt.[2] Aufgrund des steigenden Bedarfs an Master-Absolventen in diesen Bereichen, könne einzig die Qualität der Studenten ausschlaggebende Zulassungsvoraussetzung sein.

Über den Hochschulabschluss hinaus, sind die beruflichen Aufstiegschancen vieler Hochschulabsolventen dieser Tage an eine Promotion geknüpft. Momentan verschließt sich jedoch dieser Weg von vornherein einem großen Anteil der Studenten, da lediglich der Masterabschluss zur Promotion berechtigt. Diesen Missständen muss dringend entgegengewirkt werden.

Der RCDS Erlangen fordert daher zunächst, eine genaue und öffentlich zugängliche Analyse der Erfolgsaussichten von Bachelorabsolventen auf dem Arbeitsmarkt.

Sofern ein spezifischer Bachelorabschluss als vollumfänglich berufsqualifizierend angesehen wird, fordert der RCDS Erlangen für diesen Abschluss die Möglichkeit der Promotion.

Überdies fordert der RCDS Erlangen den Ausbau von Masterplätzen, um jedem qualifizierten Bachelorabsolventen den Zugang zum Masterstudium ohne Quote zu ermöglichen.



[1] Tagesspiegel, 13.07.2009.

[2] Academics – Wirtschaft gegen Masterquote.

 

 
























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