Mehr Transparenz bei der Verwendung der Studienbeiträge
In sechs Bundesländern werden mittlerweile von allen Studenten Studienbeiträge von bis zu 500 € zuzüglich sonstiger Gebühren verlangt. Nach Angaben der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) sind auf diesem Wege seit 2007 etwa 750 Millionen Euro an die Hochschulen gegangen. Tatsächlich wurden infolge der Studienbeitragszahlungen umfangreiche Verbesserungen der Lehre eingeführt, die den Studenten merklich zugute kamen. So wurden Tutorienangebote ausgebaut, Bibliotheksbestände aufgestockt und zusätzliche kostenfreie Klausurenkurse angeboten.
Diese Investitionen entsprechen den Voraussetzungen, an die die Verwendung der Beiträge zu knüpfen ist. So sollen die Universitäten mit den Studienbeiträgen ausschließlich Investitionen tätigen, die der Lehre der Studenten zugute kommen. Diesem Anspruch wird jedoch vielfach nicht hinreichend Rechnung getragen. Universitäten finanzieren bauliche Reparaturmaßnahmen, Hörsaalausstattung und neue Universitätsgebäude aus Studienbeiträgen, obwohl diese gerade dafür nicht vorgesehen sind. Vielmehr sind die Universitäten und die Länder gehalten, derartigen Aufwand aus den dafür vorgesehenen Geldern zu tätigen, nicht aber aus Studienbeiträgen. Mitunter stellt die sinnvolle Verwaltung und Planung der Studienbeiträge Anforderungen an die Hochschule, denen vielfach nicht nachgekommen wird. Aus diesem Grund hat beispielsweise die Hochschule Esslingen in Zusammenarbeit mit Porsche Consulting ein Konzept entwickelt, die Prozesse der Einnahme, Planung und Verwendung der Gebühren zu verbessern.
Dies löst jedoch noch nicht das tatsächliche Problem der fehlenden Transparenz bei der Verwendung der Studienbeiträge. Zu Recht stößt es auf Unmut in der Studentenschaft, wenn – wie es in Hamburg geschah – den Akten zwar zu entnehmen ist, dass 800000 Euro für den Bologna-Prozess ausgegeben wurden, für den Studenten jedoch die genauen Investitionsposten nicht ersichtlich sind. Unter derartigen Umständen und bei einem so mangelhaften Informationsstand ist es den Studenten nicht möglich, sich ein verdientes Bild zu machen oder gar konstruktiv bei der Verwendung der Studienbeiträge mitzuwirken.
Der RCDS Erlangen fordert daher mehr Transparenz und Offenlegung sämtlicher Investitionen, die aus Studienbeiträgen getätigt werden.
